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„Ich schaff das nicht mehr allein“ – Alltagsbegleitung in Friesdorf

Erfahrungsbericht · Entlastungsbetrag §45b

Erfahrungsbericht · Veröffentlicht am 15. Juli 2026

Zwei Seiten derselben Geschichte

In Friesdorf begegnen uns oft zwei Situationen – manchmal sogar in derselben Familie:

  • Eine ältere Person lebt allein und merkt: Einkauf, Arzt, Haushalt – das wird zu viel.
  • Die Angehörigen wollen helfen, schaffen es neben Job und eigenem Alltag aber nicht mehr, ohne selbst erschöpft zu werden.

Dieser Bericht basiert auf einer solchen Konstellation: Frau M., 81 Jahre, wohnt allein in einer Wohnung im Friesdorfer Ortskern. Ihr Sohn arbeitet Vollzeit in Bonn. Er kam an den Punkt, an dem wöchentliche Besuche und telefonische Rückversicherung nicht mehr reichten.

Was im Alltag nicht mehr funktionierte

Frau M. war geistig fit, aber der Weg zum Supermarkt mit schweren Taschen fiel ihr zunehmend schwer. Der Hausarzttermin im vierten Stock ohne Aufzug – ohne Begleitung kaum noch machbar. Und nach dem Tod ihres Mannes verbrachte sie viele Stunden allein in der Wohnung.

Ihr Sohn sagte uns: „Ich will, dass Mama zu Hause bleiben kann. Aber ich kann nicht jeden Tag vorbeifahren – und schlechtes Gewissen hilft niemandem.“

Der Entlastungsbetrag – realistisch genutzt

Frau M. hat Pflegegrad 2. Ihr steht der Entlastungsbetrag von 131 € monatlich (§45b SGB XI) zur Verfügung – für anerkannte Alltagsbegleitung nach §45a.

Das Budget ist überschaubar – aber gezielt eingesetzt macht es einen spürbaren Unterschied. Wir planen vor Beginn transparent, welche Termine möglich sind:

  • 1× Einkaufsbegleitung pro Monat: Gemeinsam einkaufen, tragen, einräumen – der Kühlschrank ist voll, Frau M. muss nicht alles allein schaffen.
  • 1× Arztbegleitung pro Monat oder alle zwei Monate: Fahrt zum Hausarzt, Unterstützung beim Gespräch, Notizen für den Sohn.

Gelegentlich kommt noch ein kurzer Spaziergang oder etwas Haushalt dazu – je nachdem, welche Termine im Monat sinnvoll sind.

Was sich für Familie und Mutter verändert hat

Frau M. geht wieder sicherer durch den Monat. Der Sohn muss nicht mehr jede Kleinigkeit selbst organisieren – er weiß: Es gibt feste Termine, auf die Mama sich verlassen kann. Er kann wieder arbeiten und seine eigene Familie versorgen, ohne ständig das Gefühl zu haben, etwas Wichtiges zu verpassen.

„Ich bin nicht mehr so allein“, sagte Frau M. nach ein paar Wochen. Und ihr Sohn: „Ich habe meinen Alltag zurück – und weiß, dass Mama gut versorgt ist.“

Brauchen Sie mehr als 131 €?

Ab Pflegegrad 2 sind oft auch Umwandlungsleistungen (§45a) möglich – deutlich höhere monatliche Budgets für mehr Begleitung. Wenn der Entlastungsbetrag nicht reicht, schauen wir gemeinsam, welche Optionen sinnvoll sind. Mehr dazu: Umwandlungsleistungen erklärt.

Anonymisierter Praxisbericht. Namen und Details wurden geändert.