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„Endlich wieder Urlaub“ – Verhinderungspflege in Plittersdorf

Erfahrungsbericht · Entlastung für pflegende Angehörige

Erfahrungsbericht · Veröffentlicht am 30. Juli 2026

Der Anruf: „Ich kann nicht mehr ständig vorbeischauen“

„Mein Vater lebt allein in Plittersdorf. Ich kümmere mich seit zwei Jahren um alles – Termine, Einkäufe, Medikamente. Aber ich habe selbst eine Familie und einen Job. Diesen Sommer wollten wir endlich wieder verreisen – zwei Wochen, etwas für uns. Aber wer ist für Papa da?“

So begann das Gespräch mit dem Sohn eines 79-jährigen Herrn in Plittersdorf. Sein Vater war geistig fit, aber körperlich eingeschränkt. Allein den Haushalt, den Weg zum Arzt und die tägliche Struktur zu bewältigen, wurde immer schwieriger. Der Sohn wohnte nicht in Bonn – er fuhr regelmäßig vorbei, aber für einen längeren Urlaub fehlte die Absicherung.

Wichtig: Es ging nicht darum, den Vater mit in den Urlaub zu nehmen. Es ging darum, dass in Plittersdorf zuverlässig jemand vorbeischaut – damit die Familie ohne schlechtes Gewissen verreisen konnte.

Verhinderungspflege – das richtige Budget für diese Situation

Für genau solche Fälle gibt es die Verhinderungspflege nach §39 SGB XI: bis zu 1.685 € pro Kalenderjahr, wenn die pflegende Angehörige vorübergehend ausfällt – etwa wegen Urlaub, Krankheit oder Überlastung.

Gemeinsam haben wir den Bedarf realistisch eingeschätzt: Das Budget reicht nicht für eine Ganztagsbetreuung – das ist auch nicht unsere Leistung. Wir sind Alltagsbegleitung nach §45a, kein Pflegedienst rund um die Uhr. Es reicht aber sehr wohl für geplante Besuche und Begleitung über zwei Wochen.

Was wir während des Urlaubs der Familie getan haben

Über 12 Tage hatten wir einen festen Besuchsplan – oft mehrmals am Tag kurz vorbeigeschaut, nicht den ganzen Tag da gesessen:

  • Morgens: Kurzer Besuch – Medikamente, gefrühstückt?, getrunken?, alles in Ordnung?
  • Nachmittags: Begleitung zum Wocheneinkauf in Bad Godesberg (einmal in der Woche)
  • Termin: Begleitung zu einem vereinbarten Kontrolltermin beim Hausarzt
  • Haushalt: Wäsche, Aufräumen, Mahlzeit vorbereiten – in den vereinbarten Besuchen
  • Gesellschaft: Kurzer Spaziergang in der Nähe – gegen Einsamkeit, ohne den Tag zu füllen
  • Abends: An manchen Tagen kurzer Abendbesuch oder Rückmeldung an die Familie

An manchen Tagen kam ein längerer Besuch dazu – etwa vier Stunden am Stück, wenn Einkauf und Arzttermin zusammenfielen. Über die Urlaubswoche summierte sich das auf ungefähr zwanzig Stunden Begleitung – intensiv genug, damit der Vater gut versorgt war, aber kein 24-Stunden-Einsatz. Welche Termine genau möglich sind, besprechen wir vorher transparent – auf unserer Seite Kosten & Abrechnung oder im persönlichen Gespräch.

Der Sohn sagte nach seiner Rückkehr: „Zum ersten Mal seit Jahren konnte ich abschalten. Ich wusste: Es ist jemand da, der Papa kennt und der nach dem Rechten schaut.“

Was wir bewusst nicht versprechen

  • Wir fliegen nicht mit und begleiten keine Urlaubsreisen.
  • Wir sind kein 24-Stunden-Pflegedienst – wir kommen zu vereinbarten Terminen vorbei, begleiten bei Einkauf, Arzt und im Alltag.
  • Wir verbringen nicht den ganzen Tag bei Ihnen – Alltagsbegleitung bedeutet gezielte Unterstützung, kein Dauer-Einsatz.
  • Das Budget ist begrenzt – wir planen ehrlich, was im Rahmen möglich ist.

So starten Sie

  1. Verhinderungspflege bei der Pflegekasse anmelden – am besten vor dem Urlaub (wir helfen bei der Orientierung).
  2. Bedarf besprechen – welche Stunden pro Tag, welche Aufgaben, welcher Zeitraum.
  3. Begleitung starten – wir rechnen direkt mit der Pflegekasse ab.

Mehr zum Thema: Verhinderungspflege §39 erklärt · Kosten & Abrechnung

Anonymisierter Praxisbericht zur Veranschaulichung. Besuche und Budget hängen vom individuellen Anspruch ab.